Was ist DeFi?

DeFi steht für Decentralized Finance und beschreibt ein offenes, blockchainbasiertes Finanzsystem, das ohne Banken, Broker oder andere zentrale Institutionen auskommt. Stattdessen werden Smart Contracts genutzt, um Finanzdienstleistungen wie Kredite, Handel oder Sparanlagen automatisch und transparent abzuwickeln.
DeFi gilt als eine der wichtigsten Innovationen im Bereich der Blockchain und Web3-Technologien und bietet die Möglichkeit, Finanzmärkte für jeden weltweit zugänglich zu machen.

Wie genau funktioniert DeFi?

Die Funktionsweise von DeFi (Decentralized Finance) basiert auf Smart Contracts, die auf einer Blockchain wie Ethereum laufen. Diese selbstausführenden Programme ersetzen Banken und andere Vermittler, indem sie Regeln für Kredite, Zahlungen oder Handel direkt im Code festlegen. Nutzer verbinden ihre Wallet mit einer dezentralen Anwendung (dApp) und können so Kryptowährungen verleihen, Zinsen verdienen, Kredite aufnehmen oder auf dezentralen Börsen handeln – ohne Konto, Identitätsprüfung oder zentrale Kontrolle. Alle Transaktionen sind öffentlich einsehbar, fälschungssicher und werden durch den Konsensmechanismus der Blockchain validiert.

Anwendungsbereiche von DeFi

Decentralized Finance (DeFi) eröffnet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Neben klassischen Finanzdienstleistungen wie Krediten ermöglicht DeFi auch innovative Anwendungen wie Staking, Yield Farming, Stablecoins oder dezentrale Börsen. Dadurch entsteht ein offenes, flexibles Finanzsystem, das weit über traditionelle Strukturen hinausgeht.

1. Lending & Borrowing

Kryptowährungen können verliehen oder als Sicherheit für Kredite hinterlegt werden. Für das Leihen oder Verleihen von Kryptowährungen bezahlt oder bekommt man Zinsen in Form neuer Coins hinterlegt.
Bekannte Plattformen dafür sind: Aave, Compound.

2. Dezentrale Börsen (DEX)

Dezentrale Börsen (DEX) sind das Herzstück für DeFi-Anwendungen. Sie ermöglichen den Handel von Kryptowährungen oder anderen Finanzprodukten direkt zwischen den Nutzern. Ohne zentrale Börse, ohne Mittelsmann, ohne hohe Kosten.
Bekannte Plattformen dafür sind: Uniswap, SushiSwap, PancakeSwap

3. Liquidity Pools & AMMs

Liquidity Pools und AMMs bilden das finanzielle Grundgerüst für dezentrale Börsen oder Staking-Programme. Ein Liquidity Pool ist ein digitaler Smart Contract auf der Blockchain, in den Nutzer ihre Kryptowährungen einzahlen. Diese Token dienen als Handelsreserve, aus der andere Nutzer jederzeit Kryptowährungen kaufen oder verkaufen können.
-> Ein Pool besteht meistens aus zwei Token (z. B. ETH & USDC), um einen direkten Handel zwischen ihnen zu ermöglichen.
-> Liquidity Provider erhalten für ihre Einlagen Anteile am Handelsvolumen in Form von Gebühren oder zusätzlichen Token-Belohnungen.

Ein Automated Market Maker (AMM) ist ein Protokoll, das mithilfe von Algorithmen automatisch die Preise in einem Liquidity Pool berechnet. Anders als bei traditionellen Börsen gibt es keine Orderbücher mit Kauf- und Verkaufsangeboten. Stattdessen wird ein mathematisches Modell genutzt, um den Preis dynamisch und fair zu bestimmen.

4. Stablecoins

Stablecoins sind Kryptowährungen, die an den Wert einer stabilen Referenzwährung – meist den US-Dollar – gekoppelt sind. Beispiele sind USDT (Tether), USDC (USD Coin) oder DAI (MakerDAO). Ihr Ziel ist es, die extreme Volatilität von Kryptowährungen auszugleichen und eine stabile Recheneinheit im Krypto-Ökosystem zu schaffen.

Mit diesen Stablecoins findet der Großteil der Gesamten Handelsgeschäfte auf Dezentralen & Zentralen Börsen statt. Auch für das Lending & Borrowing oder dem Staking werden Stabelcoins als Sicherheit hinterlegt.

5. Yield Farming & Staking

Yield Farming und Staking gehören zu den bekanntesten Möglichkeiten, im DeFi-Bereich Renditen zu erzielen. Beide Methoden basieren darauf, dass Nutzer ihre Kryptowährungen im Netzwerk zur Verfügung stellen und dafür Belohnungen erhalten, unterscheiden sich jedoch in ihrer Funktionsweise.

Beim Yield Farming stellen Investoren ihre Kryptowährungen in Liquidity Pools bereit, die auf dezentralen Börsen oder Lending-Protokollen laufen. Diese Pools dienen als Handelsreserve oder als Sicherheit für Kredite. Im Gegenzug erhalten die Einleger einen Anteil der Transaktionsgebühren oder zusätzliche Token als Belohnung. Yield Farming ist dadurch sehr flexibel und ermöglicht oft hohe Renditen, birgt aber auch Risiken wie Impermanent Loss oder Smart-Contract-Schwachstellen.

Das Staking hingegen konzentriert sich auf den Konsensmechanismus einer Blockchain, insbesondere bei Proof-of-Stake-Systemen. Nutzer sperren ihre Coins direkt im Netzwerk, um Validatoren zu unterstützen, die neue Blöcke erstellen und Transaktionen bestätigen. Als Gegenleistung erhalten sie regelmäßige Staking-Rewards, die oft einer Art passivem Einkommen gleichen. Staking gilt im Vergleich zum Yield Farming als stabiler und sicherer, da es unmittelbar der Sicherheit und Funktionsweise der Blockchain dient.


Weitere Begriffe erklärt

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