Wie funktioniert der
Fear & Greed Index?
Der Fear & Greed Index ist eines der bekanntesten Stimmungsbarometer im Kryptomarkt. Er misst, wie sich Anleger fühlen und präsentiert seine Ergebnisse zwischen Angst (Fear) und Gier (Greed).
Doch was genau steckt dahinter? Wie wird er berechnet und wie kannst du ihn für deine Investmententscheidungen nutzen?
In diesem Artikel bekommst du alle wichtigen Informationen zum Fear & Greed Index und praktische Tipps zur Anwendung.
Was ist der Fear & Greed Index?
Der Fear & Greed Index ist ein Marktstimmungs-Indikator, der zeigt, ob Anleger aktuell eher ängstlich oder gierig sind.
Wert 0–24 = Extreme Angst (Fear)
Wert 25–49 = Angst
Wert 50 = Neutral
Wert 51–74 = Gier (Greed)
Wert 75–100 = Extreme Gier
Je höher der Wert, desto optimistischer (aber auch risikobereiter) sind die Investoren. Bei niedrigen Werten herrscht Zurückhaltung und Angst.
Wie wird der Fear & Greed Index berechnet?
Beim Bitcoin Fear & Greed Index existiert keine einheitliche Berechnungsformel. Unterschiedliche Anbieter nutzen eigene Modelle und Gewichtungen, was zu abweichenden Ergebnissen führen kann. Spannend ist jedoch: Die Werte bewegen sich meist in einem ähnlichen Bereich. Der Index sollte daher nicht als exakte Kennzahl, sondern vielmehr als Stimmungsbarometer verstanden werden, das einen Eindruck der aktuellen Marktpsychologie vermittelt.
Die wichtigsten Faktoren die in die Berechnung des Fear & Greed Index hineinfließen sind: Volatilität, Bitcoin-Dominaz, Soziale Medien, Meinungsumfragen, Handelsvolumen & Momentum und Google Trends.
Volatilität (25%)
Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite eines Marktes. Starke Kursbewegungen werden dabei oft als Zeichen von Unsicherheit gewertet, während ruhigere Marktphasen eher auf eine entspannte Stimmung hindeuten. Im Rahmen des Fear & Greed Index dient die Volatilität daher als zentraler Indikator: Bei Aktien fließt beispielsweise der CBOE Volatility Index (VIX) ein, während im Kryptomarkt vor allem die Preisschwankungen von Bitcoin herangezogen werden.
Um die Marktstimmung realistisch einzuschätzen, wird die aktuelle Volatilität von Bitcoin mit den Durchschnittswerten der letzten 30 und 90 Tage verglichen. Liegt die Schwankungsbreite deutlich höher, deutet das auf wachsende Angst im Markt hin. Umgekehrt signalisiert eine geringe Volatilität, dass Anleger zunehmend gierig werden und bereit sind, mehr Risiko einzugehen.
Die Bitcoin-Dominanz (10%)
Die Bitcoin-Dominanz zeigt an, wie groß der Marktanteil von Bitcoin im Vergleich zu allen anderen Kryptowährungen ist – und gilt als wichtiger Indikator für die Marktstimmung. Steigt die Dominanz, bedeutet das in der Regel, dass Anleger Kapital aus riskanteren Altcoins abziehen und sich verstärkt auf das vermeintlich sichere Asset Bitcoin konzentrieren. Dies wird im Fear & Greed Index als Zeichen von Angst gewertet.
Umgekehrt signalisiert eine sinkende Bitcoin-Dominanz eine steigende Risikobereitschaft im Markt: Investoren weichen stärker in Altcoins aus, was häufig mit einer Phase von Gier einhergeht. Damit spiegelt die Bitcoin-Dominanz direkt wider, ob Sicherheit oder Renditejagd im Vordergrund steht.
BTC-Dominanz steigt: Mehr Angst am Markt
BTC-Dominanz sinkt: Mehr Gier am Markt
Das Handelsvolumen & Momentum (25%)
Ein weiterer wichtiger Faktor des Fear & Greed Index ist das Zusammenspiel von Marktmomentum und Handelsvolumen. Dabei werden die Daten der letzten 30 und 90 Tage betrachtet, um Trends und Entwicklungen einzuordnen.
Ein steigendes Handelsvolumen, das mit wachsenden Kursen einhergeht, deutet meist auf Gier hin – die Anleger sind optimistisch und bereit, stärker in den Markt einzusteigen. Umgekehrt können fallende Kurse bei hohem Volumen ein Signal für Angst sein, da viele Investoren gleichzeitig verkaufen.
Das Market Momentum bewertet darüber hinaus die Stärke von Preisbewegungen. Wenn viele Kryptowährungen oder Aktien über längere Zeit kontinuierlich steigen, zeigt dies eine positive Stimmungslage. Eine schwächere oder negative Dynamik hingegen signalisiert wachsende Unsicherheit am Markt.
Google Trends (10%)
Auch das Suchverhalten auf Google wird in den Fear & Greed Index einbezogen. Das Suchvolumen für bestimmte Bitcoin-bezogene Keywords verrät, wie Privatanleger die aktuelle Marktlage einschätzen.
Häufige Anfragen nach optimistischen Begriffen wie „Bitcoin kaufen“ deuten auf eine Phase der Gier hin – Anleger wollen in steigende Kurse einsteigen und fürchten, Chancen zu verpassen. Steigt dagegen das Interesse an Begriffen wie „Aktien Crash“ oder „Bitcoin Crash“, lässt sich eine wachsende Angst im Markt erkennen, da sich Anlegerstärker mit Risiken und Schutzstrategien beschäftigen.
Damit liefern Google Trends einen direkten Einblick in die kollektive Stimmung der Investoren.
Soziale Medien (15%)
Im Kryptomarkt spielen soziale Medien eine zentrale Rolle bei der Einschätzung der Marktstimmung. Besonders die Daten von Plattformen wie Twitter, Reddit oder Telegram fließen in den Fear & Greed Index ein.
Eine hohe Zahl an Beiträgen, Erwähnungen und Interaktionen zu Bitcoin oder Altcoins zeigt, wie stark das Interesse der Community gerade ist. Positive Kommentare und optimistische Diskussionen deuten dabei auf Gier hin – die Anleger sind euphorisch und erwarten steigende Kurse. Negative Gespräche oder vermehrte Warnungen in den Netzwerken hingegen spiegeln Angst wider und zeigen eine wachsende Unsicherheit am Markt.
Meinungsumfragen (15%)
Ein weiterer Ansatz zur Ermittlung der Marktstimmung sind Umfragen unter Investoren. Dabei werden Anleger regelmäßig nach ihrer Erwartung für die kommenden Wochen gefragt. Überwiegt der Optimismus, steigt der Fear & Greed Index – dominiert Pessimismus, fällt er entsprechend.
Warum ist der Fear & Greed Index wichtig?
Es gibt mehrere Gründe, warum der Fear & Greed Index ein wichtiger Indikator sein kann und warum du ihn im Auge behalten solltest.
1. Marktpsychologisches Verständnis
Wie der Name schon sagt, spiegelt der Indikator Angst & Gier am Markt wider. Dadurch bekommst du einen guten Überblick, wie sich der Markt im Allgemeinen gerade verhält.
2. Konträre Signale
Extreme Angst → Kaufgelegenheit (Buy the dip)
Extreme Gier → Vorsicht vor Überhitzung (Take Profits)
3. Timing verbessern
Der Fear & Greed Index ist ein sehr gutes Werkzeug, um dein Timing im Markt zu verbessern. Bevor du dich mit Marktzyklen & unterschiedlichen Phasen in einem Zyklus auseinandergesetzt hast, kann dir der Index einen Richtwert geben, wann du kaufen und wann du lieber verkaufen solltest.
Grenzen des Fear & Greed Index
So nützlich der Fear & Greed Index auch ist, er hat klare Limitierungen, die du kennen solltest:
Kein exakter Indikator
Der Index misst vor allem die Stimmung im Markt – nicht die fundamentalen Daten oder die tatsächliche Wertentwicklung von Kryptowährungen. Er ist also eher ein Stimmungsbarometer als eine präzise Handelssignalanzeige.
Kurzfristige Verzerrungen
Einzelne Ereignisse wie Nachrichten, Tweets oder politische Entscheidungen können den Index kurzfristig stark beeinflussen, ohne dass sich daraus ein langfristiger Trend ableiten lässt.
Extremwerte können anhalten
Sowohl Phasen von „Extreme Fear“ als auch „Extreme Greed“ können über Wochen bestehen bleiben. Sich nur auf den Index zu verlassen, könnte also zu falschem Timing führen. Wie genau die einzelnen Phasen verlaufen, lässt sich nicht genau vorhersagen & nur mit On-Chain-Daten & anderen Rahmenbedingunge eingrenzen.
Abhängigkeit von Datenquellen
Der Index basiert auf Indikatoren wie Volatilität, Handelsvolumen, Google Trends oder Social Media. Wenn diese Daten unvollständig oder einseitig sind, spiegelt auch der Index kein vollständiges Bild wider.
Fazit zum Fear & Greed Index
Der Fear & Greed Index ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Tool, um die Stimmung am Kryptomarkt einzuschätzen. Er macht sichtbar, ob Anleger gerade von Angst oder von Gier getrieben sind – zwei Emotionen, die seit jeher die Finanzmärkte dominieren.
Richtig genutzt, kann der Index dabei helfen:
-> Marktzyklen besser zu verstehen,
-> Konträre Signale für Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu erkennen,
-> und das eigene Timing im Markt zu verbessern.
Gleichzeitig solltest du dir bewusst sein, dass er kein perfekter Indikator ist. Er misst Emotionen, nicht Fakten, und kann daher nur als ergänzendes Werkzeug dienen – am besten in Kombination mit technischer Analyse, Fundamentaldaten und On-Chain-Daten.